Weihnachtsgeld: Alles, was Sie darüber wissen sollten

Dienstag, 05.12.2017

Einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es in Deutschland nicht. Viele Arbeitgeber wissen jedoch um die finanziellen Nöte ihrer Mitarbeiter und leisten meist mit dem Novemberlohn eine Zusatzzahlung: das Weihnachtsgeld. Gut 50 Prozent aller Angestellten kommen in diesen Genuss, die Höhe der Zahlung variiert.

Auch wenn das Weihnachtsgeld zunächst freiwillig ist, besteht mit dem Abschluss der entsprechenden Vereinbarung ein Anspruch. Festgeschrieben wird die Zahlung meist im Tarif- oder Arbeitsvertrag beziehungsweise in der Betriebsvereinbarung. Leistet der Arbeitgeber die Zahlung wiederholt ohne vertragliche Grundlage, kann sich daraus ebenfalls ein Anspruch für die Folgejahre ableiten. Es herrscht dann das Gewohnheitsrecht.

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld?

Das Weihnachtsgeld kann in seiner Höhe frei verhandelt werden. In den meisten Fällen richtet es sich nach der Höhe der monatlichen Vergütung jedes Einzelnen. Im Idealfall gibt es ein volles Monatsgehalt, in der Schwerindustrie manchmal sogar noch mehr. Üblich sind aber auch bestimmte Prozente des Monatslohns, zum Beispiel 50 oder 60, die zusätzlich als Weihnachtsgeld ausgeschüttet werden. Eine Zahlung als Pauschale ist ebenfalls möglich und findet in der Praxis Anwendung.

Da das Weihnachtsgeld frei verhandelt wird, hängt die Höhe auch an der Stärke der zuständigen Gewerkschaft. Der Verhandlungserfolg zeigt sich dann im Tarifvertrag und somit auch auf dem Konto.

Kann das Weihnachtsgeld variieren?

Die Gleichbehandlung stellt auch beim Weihnachtsgeld einen wichtigen Grundsatz dar, es kann aber begründet davon abgewichen werden. So ist es möglich, Mitarbeiter mit längerer Betriebszugehörigkeit oder Eltern im Vergleich zu Singles stärker zu berücksichtigen. Wenn vertraglich verankert sind Abzüge ebenfalls denkbar, zum Beispiel bei längeren Fehlzeiten.

Würde ein Arbeitgeber zum Beispiel Frauen grundsätzlich mehr Weihnachtsgeld zahlen als Männern, begibt er sich in die Gefahr, gegen das Diskriminierungsverbot zu verstoßen.

Kann der Arbeitgeber Weihnachtsgeld zurückfordern?

Das Weihnachtsgeld stellt eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit dar. Es belohnt für die Betriebstreue, soll aber zugleich motivierend wirken. Wer unmittelbar nach der Auszahlung kündigt, muss daher mit einer Rückforderung rechnen. Diese Option ist dann allerding ebenfalls vertraglich verankert. Überprüfen Sie im Bedarfsfall, ob der Tarif- oder Arbeitsvertrag dazu eine Stichtagsklausel (Rückzahlungsklausel) enthält. Diese bezieht sich dann meist auf ein Quartal oder zwei Quartale im Folgejahr.

Wird bei vorzeitigem Ausscheiden anteilig Weihnachtsgeld gezahlt?

Die Pflicht zu einer anteiligen Zahlung hängt maßgeblich davon ab, aus welchem Grund das Weihnachtsgeld gezahlt wird. Handelt es sich um eine reine Honorierung der Betriebstreue, entfällt die Zahlung mit dem vorzeitigen Ausscheiden. Geht es dagegen um eine zusätzliche Entlohnung der Arbeitsleistung, muss der Arbeitgeber zahlen.

Positiv für die Arbeitnehmer: Ist dies nicht genau festgeschrieben, gehen die Gerichte von einer Mischform der Gründe aus – und leiten daraus einen Anspruch auf Teilzahlung ab (BAG 10 AZR 848/12).       

Wann wird das Weihnachtsgeld gezahlt?

Der Zeitpunkt der Auszahlung ist ebenso frei wählbar wie die Höhe. Da die Gratifikation im direkten Zusammenhang mit den erhöhten Kosten an den Weihnachtstagen steht, ist die Auszahlung Ende November jedoch üblich. Das freut zugleich den Handel, der im Weihnachtsgeschäft einen großen Teil seines Umsatzes generiert.

Ist das Weihnachtsgeld steuerpflichtig?

Auf das Weihnachtsgeld sind Steuern und Sozialabgaben zu zahlen, die sogar besonders hoch ausfallen. Da im betreffenden Monat, meist also im November, addiert ein besonders hohes Einkommen erzielt wird, steigt auch die Abgabenlast exponentiell. Mit der Jahressteuererklärung kommen von diesem Geld meist einige Euro wieder zurück.

Symbolbild Weihnachtsmann mit Geldsack

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