Das müssen Sie beim Umgangsrecht während der Ferien beachten

Samstag, 31.03.2018

Vater und Mutter haben ein Recht darauf, Zeit mit ihrem Kind zu verbringen, auch wenn sie getrennt voneinander leben. Das bedeutet zugleich, die Eltern müssen sich zum Wohle ihres Kindes auf ein Umgangsrecht verständigen, für den Alltag, in den Ferien und an Feiertagen. Gelingt dies nicht, übernimmt die Aufteilung ein Familiengericht.

Grundsätzlich hat auch der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt (beim Wechselmodell erübrigt sich das), Anspruch auf gemeinsame Ferien mit dem Kind. Starre Regelungen gibt es nicht, eine Aufteilung zu gleichen Teilen ist jedoch üblich. Ist eine Ausmachung gefunden, steckt der Teufel oft im Detail.

Umgangsrecht in den Ferien: Das ist zu beachten

Der Gesetzgeber unterscheidet bei Entscheidungen, die Eltern für ihr Kind zu treffen haben, zwischen Angelegenheiten des täglichen Lebens und Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung. Die Grenze wird hier durch die Nachhaltigkeit gezogen: Sind keine dauerhaften Auswirkungen für das Kind zu erwarten, kann derjenige entscheiden, bei dem sich der Spross gerade aufhält. Anderenfalls ist beim gemeinsamen Sorgerecht die Zustimmung des jeweils anderen Elternteils einzuholen.

Strittig wird die Sache meist dann, wenn es um Fernreisen und Abenteuerurlaub geht. Hier kann die unterschiedliche Einschätzung des Risikopotentials dazu führen, dass der eine Elternteil erhebliche Auswirkungen für die Zukunft befürchtet, die der andere nicht sieht. So kann es zum Beispiel sein, dass die Mutter die geplante Vater-Sohn-Reise im offenen Jeep durch die Sahara ablehnt und letztlich ein Richter das letzte Wort hat.

Streit schon bei der Ferienwahl vermeiden

Viele Richtersprüche in diesem Bereich sind gut nachzuvollziehen. Eine Grundeinschätzung, ob der Gang vors Gericht lohnt, ist also bereits im Vorfeld möglich. Wer mit Kind in eine Region will, für die eine Reisewarnung besteht, wird damit kaum Erfolg haben. Selbiges gilt für den Aufenthalt jenseits touristischer Pfade oder die Ausübung von Sportarten, die ein deutlich erhöhtes Gefahrenpotential bergen. Auf sicherem Boden bewegt sich meist, wer ein Reiseziel innerhalb der EU oder Nordamerikas wählt.

Eine Sondersituation kann darin bestehen, dass der Partner die Gefahr der Kindesentführung sieht und Reisen in ein bestimmtes Land aus diesem Grund ablehnt. Dem Gericht ist es dann auch möglich, das Umgangsrecht generell auf Deutschland zu beschränken.

Vater und Sohn auf Surfbrett

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