So gehen Sie richtig mit Cookies um

Montag, 12.02.2018

Der Umgang mit Cookies wird erleichtert, wenn man als User eine grobe Vorstellung von deren Funktion besitzt. Cookies grundsätzlich zuzulassen oder grundsätzlich abzulehnen funktioniert nämlich nicht – oder schränkt die Nutzung zumindest erheblich ein.

Um den hartnäckigsten Gerüchten zuallererst zu widersprechen: Cookies sind keine üblen Spionageprogramme, die uns der Großindustrie und den Geheimdiensten ausliefern. Es sind zunächst einmal sehr nützliche Hilfsdateien, die uns so manche Eingabe ersparen. Allerdings können Cookies leicht missbraucht werden, was auch täglich geschieht.

Hinweis zur aktuellen Rechtslage: Die „Cookie-Richtlinie“ der EU verpflichtet die Betreiber von Webseiten, über die Speicherung nutzerrelevanter Daten zu informieren. Da fast jede Seite Cookies verwendet, erscheint immer häufiger der Hinweise „Diese Website verwendet Cookies“. Die Richtlinie wurde in Deutschland jedoch nicht in nationales Recht überführt.    

Was bewirken Cookies?  

Die kleinen Textdateien des Webservers werden (hoffentlich nur temporär) auf dem lokalen Rechner des Nutzers gespeichert. Sie bilden hier ein „Kurzzeitgedächtnis“, merken sich also zum Beispiel auch nach dem Seitenwechsel das Log-In oder wissen, welche Produkte wir bereits in den Warenkorb gelegt haben. Geschähe dies nicht, müssten wir fortwährend alles neu eingeben, viele verknüpfte Prozesse wären gar nicht möglich.

Warum gelten Cookies häufig als gefährlich?

Cookies speichern Informationen, die für die (Werbe-)Industrie von Interesse sind. Sie geben Auskunft über unser Surf- und Kaufverhalten. Viele Anbieter neigen daher dazu, aus dem praktischen Kurz- ein rentables Langzeitgedächtnis zu formen. Zugleich werden häufig Informationen über das Cookie ausgelesen, die im Sinne von Funktionalität und Usability nicht benötigt würden. Besonders heikel wird es immer dann, wenn die Informationen mit personenbezogenen Daten verknüpft werden, die Anonymisierung somit entfällt.

Ein weiteres Risiko: Cookies können nicht nur von der besuchten Seite gesetzt werden, sondern auch von Drittanbietern. Diese Tracken dann dauerhaft alles mit und machen uns so tatsächlich zum gläsernen Konsumenten. Zum Glück ist es relativ leicht, dies zu verhindern.

Umgang mit Augenmaß

Webbrowser bieten die Möglichkeit, Cookies teilweise zuzulassen und teilweise auszusperren. So lässt sich die Funktionalität erhalten, ohne die Privatsphäre über Bord zu werfen. Diese Cookie-Einstellung müssen allerdings bewusst vorgenommen werden.

Zur Wahl stehen (je nach Browser) folgende Optionen:

  • Alle Cookies blockieren oder alle Cookies zulassen
  • Cookies der aktuellen Website zulassen (beziehungsweise Cookies von Drittanbietern blockieren) oder Cookies von besuchten Websites zulassen

Die beiden Extreme entfallen aus den genannten Gründen. Der Ausschluss von Drittanbietern wird ebenso empfohlen wie nur Cookies von bereits besuchten Webseiten zuzulassen.  

Weitere Optionen

In den erweiterten Einstellungen oder Extras finden sich je nach genutztem Browser weitere Möglichkeiten, um unerwünschtes Tracking zu verhindern. So kann zum Beispiel über Google Chrome oder Safari eine „Do Not Track“-Anforderung gesendet werden (an die sich die Anbieter allerdings nicht zwingend halten müssen).

Es besteht zudem die Möglichkeit, alle Cookies auf einen Schlag zu löschen. Damit müssen Sie sich zwar bei den meisten Webseiten neu anmelden, verhindern aber unerwünschtes Langzeittracking. So bleiben Sie zum Beispiel von Werbung verschont, die sie quer durch das Netz verfolgt, nur weil Sie kurz nach einem passenden Flug für die Freundin geschaut haben.

Viele Experten empfehlen sogar, die Cookies automatisch zu löschen, wenn die jeweilige Sitzung beendet wird (bei Firefox zum Beispiel über Extras/ Einstellungen/ Datenschutz/ „Chronik löschen“). Das regelmäßige Löschen von Cookies und Browserverlaufs bringt auch Geschwindigkeitsvorteile mit sich.

Hinweis: Wer besser mit Cookies vertraut ist, findet im Browser auch eine Liste aller gespeicherten Cookies. (bei Chrome zum Beispiel unter Einstellungen / erweitert, Sicherheit und Datenschutz / Inhaltseinstellungen/ Cookies/ Alle Cookies und Websitedaten anzeigen.) Hier kann jedes Cookie separat gelöscht werden.

Tastatur mit Aufschrift "Cookies"

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