Lenßens Tipp: Auf nassem Boden ausgerutscht - Schmerzensgeld?

Dienstag, 16.08.2016 Ingo Lenßen

„Ich bin Mieter einer Wohnung eines Mehrparteienhauses. Nun bin ich im Keller ausgerutscht und habe mich dabei schwer verletzt. Grund für meinen Unfall war der nasse Boden, der nämlich davor von einem anderen Mieter gewischt wurde. Aber ein Schild, dass es gefährlich nass sei, stand nicht da. Jetzt will ich von meiner Vermieterin Schmerzensgeld und Schadensersatz für die Arztkosten, die ich wegen dem Sturz hatte. Schließlich ist sie dafür verantwortlich, dass ihr Mietobjekt auch sicher ist. Wie soll ich vorgehen?“

Sie müssten die Ansprüche einklagen - aber davon kann ich Ihnen eigentlich nur abraten! Denn in diesem Fall sind Ihre Erfolgschancen für einen Sieg schwindend gering! Denn der BGH hat bereits in einem ähnlichen Fall entschieden hat, dass ein Vermieter keine sogenannte „Verkehrssicherungspflicht“ trifft.

Mietshaus ist keine Hotelanlage

Dass heißt im Klartext, dass Mieter immer mit einem nassem Boden rechnen müssen, da sie nicht alleine im Haus wohnen. Es kann ja schließlich auch regnen und die anderen Bewohner kommen mit nassen Schuhen in’s Treppenhaus oder in den Keller und hinterlassen Wasserspuren. Das kann der Vermieter nicht verhindern, und deswegen müssen Sie dieses Risiko leider selbst tragen. Einen Prozess würden Sie deshalb wohl verlieren.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Düsseldorf, Beschl. v. 7.11.2014, 24 U 155/14

Warnschild „Vorsicht nass“,

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