Lenßens Tipp: Nachbars Bäume verschatten das eigene Grundstück?

Montag, 20.07.2015 Ingo Lenßen

„Auf dem Grundstück unseres Nachbarn befinden sich zwei 25 m hohe Eschen. Durch diese Laubbäume wird unser schöner Garten hier in NRW völlig verschattet. Beim Hauskauf hatten wir keine Ahnung davon, dass die Bäume derart riesig werden. Können wir uns dagegen wehren?“

Das kommt darauf an. Und zwar darauf, in welchem Bundesland Sie wohnen, welchen Abstand die Bäume zu der Grundstücksgrenze haben und um welche Art von Bäumen es sich handelt. Denn in jedem Bundesland gibt es dazu konkrete, bauordnungsrechtliche Regelungen für die Mindestabstände von z.B. Bäumen, Hecken und Sträuchern. Wenn Grundstückseigentümer diese Angaben nicht einhalten, müssen die Bäume im Extremfall sogar gefällt werden. 

Speziell in Ihrem Fall:

In NRW gilt für Eschen ein Mindestabstand zum Nachbargrundstück von 4 Metern. Sollten die Bäume diesen Abstand zu Ihrem Garten haben, haben Sie kaum Chancen, sich gegen diese Bepflanzung zu wehren. Das gilt selbst dann, wenn die Bäume auf Ihr Grundstück Schatten werfen. Aber reden Sie doch einmal mit Ihrem Nachbarn. Vielleicht bieten Sie ihm sogar an, die Kosten für den Rückschnitt zu übernehmen. Eventuell lässt er sich ja für ein gutes Nachbarschaftsklima darauf ein.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof, Urteil vom 10.07.2015 - V ZR 229/14

Terrasse im Schatten

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