In diesen Fällen ist der Schwangerschaftsabbruch strafbar

Donnerstag, 08.03.2018

Ein Schwangerschaftsabbruch ist gemäß deutschem Recht eine Straftat. Unter bestimmten Voraussetzungen, definiert in §218 a StGB, bleibt die Tat jedoch straflos. Darüber hinaus können medizinische Gründe dazu führen, dass ein Schwangerschaftsabbruch als legal gilt. In allen anderen Fällen drohen Geld- oder Haftstrafen.   

Die Strafandrohung für einen Schwangerschaftsabbruch liegt bei drei Jahren. Handelt es sich um einen besonders schweren Fall, können auch fünf Jahre daraus werden. Dieser liegt vor, wenn gegen den Willen der Schwangeren gehandelt und/oder ihr Leben in Gefahr gebracht wird. Schwangere, die illegal selbst abtreiben, müssen mit bis zu einem Jahr Haft rechnen.    

Strafbarkeit mit Ausnahmen

Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland (und auch in anderen Ländern) stark umstritten. Das lässt sich auch an Paragraph 218 ablesen. Hier wird versucht, das Selbstbestimmungsrecht der Frau, das Lebensrecht des Kindes und ethische beziehungsweise religiöse Bedenken in Einklang zu bringen. Ergebnis ist der geschickte aber dennoch zweifelhafte Kompromiss einer definierten Straftat, deren Tatbestand unter bestimmten Voraussetzungen „nicht verwirklicht“ ist.

In Deutschland macht sich jede Person strafbar, die einen Schwangerschaftsabbruch vornimmt oder dabei behilflich ist, ohne dass die folgenden Voraussetzungen gegeben sind (§218a StGB):  

  • die Schwangere den Abbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nach § 219 Abs. 2 Satz 2 nachgewiesen hat, dass sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen
  • der Schwangerschaftsabbruch von einem Arzt vorgenommen wird und
  • seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind.

 Gestattet ist der Abbruch zudem, immer die Zustimmung der Schwangeren vorausgesetzt, wenn Schwangerschaft oder Geburt eine gravierende Gesundheitsgefahr für die werdende Mutter darstellen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn sich eine schwere Missbildung des Kindes abzeichnet. In diesem Fall darf die Abtreibung auch nach der 12. Woche erfolgen.

 Beruht die die Schwangerschaft auf einer Straftat, bleibt die Abtreibung in den ersten 12 Wochen straffrei. In beiden Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten des Eingriffs, was ansonsten nur bei Härtefällen erfolgt. 

Junge Frau mit Schwangerschaftstest

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