Der Chef stört nach Feierabend: Das sind Ihre Rechte

Freitag, 09.02.2018

Die ständige Erreichbarkeit ist mehr als ein Ärgernis, sie ist eine Gefahr für die Gesundheit. Und so sind auch ständige Anrufe des Chefs nach Feierabend nicht nur eine schlechte Angewohnheit, sondern ein Gesetzesverstoß. Hohe Geldstrafen können die Folge sein.

Das Arbeitszeitgesetz besagt, dass zwischen Dienstschluss und Arbeitsbeginn eine Ruhephase von mindestens elf Stunden liegen muss. Sofern kein Notfall vorliegt oder eine bezahlte Rufbereitschaft vereinbart wurde, hat der Chef also kein Recht, Sie in dieser Zeit zu kontaktieren. Das gilt auch für den genehmigten Urlaub.

Was tun, wenn der Chef dennoch anruft?

Zunächst besteht keine Verpflichtung, dem Chef die private Rufnummer zu geben. Gibt es kein Diensthandy, können Sie die Möglichkeit der Erreichbarkeit also erheblich einschränken: Lehnen Sie freundlich aber bestimmt ab, Ihre Rufnummer zu hinterlegen.

Wurde Ihnen ein dienstliches Mobiltelefon gestellt, können Sie Anrufe nach Feierabend ignorieren. Daraus dürfen Ihnen keine Nachteile oder gar arbeitsrechtliche Konsequenzen erwachsen – was übrigens auch für den nicht erfolgten Abruf von Emails gilt.

Reden Sie miteinander

Können Sie sich zu beiden Maßnahmen nicht durchringen, sollten Sie im passenden Moment das Gespräch mit dem Chef suchen. Meist genügt schon der ehrliche Hinweis, dass Sie sich durch die häufige Kontaktaufnahme gestört fühlen. Schließlich ist auch den meisten Chefs bewusst, dass sie hier über die Grenzen des Erlaubten hinausgehen.

Im Sinne Ihrer Arbeitskraft

Da immer mehr große Unternehmen dazu übergehen, Beispiel VW oder Deutsche Telekom, das Durchstellen von Anrufen und die Weiterleitung von E-Mails in der Freizeit zu unterbinden, erfährt das Thema mehr und mehr Aufmerksamkeit. Und auch in diesen Fällen ist klar: Die Unternehmen handeln nicht (nur) aus Rücksichtnahme, sondern im eigenen Interesse. Die Zahl der Burn-Outs und anderer psychischer Erkrankungen ist in den vergangenen Jahren so massiv angestiegen, dass sie inzwischen die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit bildet. Erholungspausen sind da die Präventionsmöglichkeit Nr.1.

Frau genervt am Telefon

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