Advopedia Basiswissen: Pauschsteuer – was ist das eigentlich?

Mittwoch, 06.12.2017

Die Besteuerung von Lohn erfolgt in Deutschland meist individuell. Die zu entrichtenden Steuern richten sich dabei nach der Höhe der Erträge, dem Familienstand und möglichen Freibeträgen. Bei der Pauschsteuer gilt dieses Prinzip nicht. Hier zahlt jeder pauschal den identischen Betrag. 

Die bekannteste Anwendung für die Pauschsteuer, also die Pauschalsteuer, ist der Minijob, bei dem der Gesetzgeber die Möglichkeit der pauschalen Versteuerung eröffnet (nicht erzwingt). Ähnliche Regelungen gibt es zudem bei der Versicherungssteuer, bei Zahlungen in die Pensionskasse oder der Versteuerung von Leistungen mit geldwertem Vorteil. 

Minijobs bis 450 Euro

Entscheidet sich der Arbeitgeber für die Pauschsteuer, werden pauschal zwei Prozent vom Arbeitslohn an die Minijob-Zentrale abgeführt. Dieser Betrag beinhaltet neben der Lohnsteuer auch die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag.

Die Kirchensteuer fällt in diesem Fall unabhängig von der Religionszugehörigkeit an. Bei der Einkommenssteuerveranlagung des Minijobbers bleibt der Lohn unberücksichtigt. Das kann bei mehreren Einkommensquellen zu erheblichen Steuervorteilen führen. Aufwendungen können aufgrund der Pauschale allerdings nicht als Werbekosten geltend gemacht werden.

Wer zahlt Steuern und Abgaben beim Minijob?

Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale für die Krankenversicherung (13%) und die Rentenversicherung (15%). Diese Beträge darf er nicht vom Arbeitslohn abziehen.

Die Pauschsteuer von zwei Prozent trägt im Regelfall ebenfalls der Arbeitgeber, womit eine Belastung von insgesamt 30% erreicht wird. Bei einer Bruttolohn-Vereinbarung kann er diese zwei Prozent aber auch vom Lohn des Arbeitnehmers abziehen.     

Weitere Lohnsteuerpauschalen

Zur Senkung des Arbeitsaufwands sind innerhalb bestimmter Höchstgrenzen weitere Pauschsteuern möglich, so zum Beispiel:

  • 2,25 % auf Sachprämien aus Kundenbindungsprogrammen
  • 15% auf Zuschuss für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle
  • 20% auf Beträge zur betrieblichen Altersversorgung
  • 25% auf kostenlose oder vergünstigte Kantinenverpflegung
  • 25% auf Sachbezüge wie einen kostenfreien Internetzugang oder Laptop

Übernimmt der Arbeitgeber die Beiträge für eine Gruppenunfallversicherung, ist die Abführung einer Pauschsteuer von 20 Prozent möglich. Der Jahresbetrag pro Arbeitnehmer darf in diesem Fall 62 Euro nicht übersteigen.

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