Schmerzensgeldklage: Leck mir doch die Füße!

Samstag, 27.12.2014 PK

Eine Stammtischrunde zu fortgeschrittener Stunde, die Anwesenden im fortgeschrittenen Zustand feuchter Fröhlichkeit – da stößt einer der Gäste ein volles Bierglas um. So langweilig wie der umgekippte Sack Reis in China? Lassen Sie sich überraschen...

... das Bier ergoss sich nämlich über die Kellnerin, vor allem über deren Füße, die an diesem Abend in luftigen Sandalen steckten. Und als ob der Gast nicht bereits übermütig genug war, bot er an, die Füße der Dame zu säubern. Ein echter Kavalier? Wohl kaum: Der Mann wollte den nötigen Reinigungsvorgang mittels seiner Zunge bewerkstelligen. Warum die Kellnerin sich auf dieses frivole Angebot dann auch tatsächlich einließ, ist nicht überliefert.

Plötzlicher Hungeranfall?

Jedenfalls biss der Gast der Kellnerin dabei in den großen Zeh. Und zwar so stark, das es sofort blutete und die Kellnerin infolge der Verletzung die nächsten 10 Tage nicht arbeiten konnte. Verständlich, dass sie die Aktion überhaupt nicht mehr komisch fand und wegen der erlittenen Schmerzen eine Entschädigung verlangte. 

Der Richter verstand auch keinen Spaß

Weil der inzwischen ausgenüchterte Gast die aber nicht zahlen wollte, landete der Fall am Ende vor dem Amtsgericht. Und das sprach der Frau schlussendlich ein Schmerzensgeld von 400.- € zu. 

Da wäre ein Stück Küchenrolle wesentlich günstiger gewesen…und weniger eklig.

Textbezogene Paragraphen / Urteile

Amtsgericht Gelsenkirchen, Urteil vom 23.06.2005 (32 C 672/04)

Blutender Zeh

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