Geldautomat schnappt zu – Finger gebrochen. Wer zahlt?

Montag, 27.10.2014 BJ

Eigentlich sind meistens Geldautomaten das Ziel von Angriffen. Doch dieser Geldautomat drehte den Spieß kurzerhand einfach um und attackierte den Kunden. Und dabei war das Opfer kein Bankräuber, sondern ein Eisdielenbesitzer aus dem Ruhrgebiet, der lediglich Geld abheben wollte.

Nicht einmal den Maschinen kann man noch trauen: Als der Eisdielenbesitzer aus Düsseldorf  Geldscheine aus dem dafür vorgesehenen Schacht nehmen wollte, schnappte die "Falle" zu und brach dem Mann einen Finger.

Bissig

Die Mitarbeiter der Bankfiliale waren ratlos, da sich die Klappe eigentlich immer frühestens nach ca. 30 Sekunden schließt. Dagegen beteuerte der Verletzte, niemals so  lange gewartet zu haben. Der Mann bekam noch vor Ort wegen seiner gequetschten und blutenden Hand erste Hilfe und konnte zwei Wochen nicht arbeiten.

7 Jahre lang brav…

Jahrelang funktionierte der Geldautomat anscheinend ordnungsgemäß und hatte bis dahin noch nie einen Kunden verletzt. Deshalb wies das Landgericht Düsseldorf die Klage des Mannes auf Schadensersatz und Schmerzensgeld ab. Die Bank habe keine Vorkehrungen gegen den Vorfall treffen können, da diese Reaktion des Automaten nicht absehbar gewesen wäre. Dass es einen ähnlichen Vorfall bereits zuvor auch in einer anderen Filiale gegeben haben soll, konnte der Eisdielenbesitzer nicht beweisen, ebenso wenig ließ sich das Gericht auf einen Nachweis niederer Beweggründe des Automaten ein. Frustriert musste der Kunde seine Niederlage einstecken und von dannen ziehen…Böser Automat, böser.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Düsseldorf Urt. v. 06.05.2014 6 O 330/13

§§ 311, 823 Abs. 1, 2 BGB

Familie

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