Wenn Herr Wurst und Frau Schnitzel ihre Namen nicht mehr wollen

Donnerstag, 10.09.2015 DOD

Nachnamen sind Glückssache. Und sie begleiten einen in der Regel ein Leben lang. Doch wer will schon Herr Popel oder Frau Rotz heißen! Aber kann der Nachname, wenn er unschön klingt, im Zweifel geändert werden? Oder muss man den ungeliebten Familienname einfach (er)tragen?…

Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, zu heiraten und den Namen des Partners anzunehmen. Wer das allerdings nicht möchte, dem bleibt nur die öffentlich-rechtliche Namensänderung nach dem bundesdeutschen Namensänderungsgesetz. Doch so einfach geht das  - natürlich - nicht: Es muss ein wichtiger Grund vorliegen. Denn dass der Nachname einem einfach nur nicht gefällt, reicht bei Weitem nicht aus.

Frau Möse hat gut Chancen auf Namensänderung

Einige Fälle aus dem realen Leben: Wer mit Nachnamen Scheißner, Kotenbeutel oder Möse heißt, der hat wahrscheinlich gute Chancen auf eine Namensänderung. Denn geändert werden können Namen, die lächerlich oder anstößig wirken. Dies gilt auch bei komplizierten Familiennamen. Herr oder Frau Kotziachousseinoglou kommen ums Buchstabieren bestimmt nicht herum. Und das nervt mit der Zeit. Ein neuer Nachname kann hier die Lösung sein.

Wunschnamen gibt es nicht

Auch Doppelnamen können ein Kreuz sein. Schluck-Specht oder Sonder-Schüler stehen in der Beliebtheitsskala der Familiennamen bestimmt nicht ganz oben und können daher auch geändert werden. Doch dann wird es schon komplizierter. Wer zum Beispiel den Mädchennamen der Mutter annehmen möchte, weil der so schön oder sogar adlig ist, der hat schlechte Karten. Denn der Familienname, sofern er nicht allzu kurios ist, steht grundsätzlich nicht zur freien Auswahl seines Trägers.  

Nicht schuldenfrei durch Namensänderung

Und zum Schluss noch ein Tipp: Wer Schulden hat und darauf hofft, mit einem geänderten Familiennamen seinen Gläubigern entkommen zu können, hat Pech. Vor der Namensänderung wird geprüft, ob der Antragsteller einen Eintrag  bei der Schufa hat, vorbestraft ist oder ein Strafverfahren gegen ihn läuft. Sich also einfach „reinwaschen" durch einen neuen Namen ist somit nicht möglich.  

Freigelassene Schwerverbrecher dürfen’s aber

Anders ist es bei bekannt gewordenen Schwerverbrechern. Die dürfen nach der Haftentlassung nämlich einen Antrag auf Namensänderung stellen… („Dieter Degowski: Mit neuem Namen in die Freiheit“)

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Namensänderungsgesetz; Ausfertigungsdatum 1938, geändert 2008

Drei Esel

Weitere Artikel

Kommentare