Geldstrafe von 208.000 Euro wegen Diebstahl von Kalbsleber

Mittwoch, 14.03.2018

Frische Kalbsleber hat ihren Preis, doch mit mehr als 200.000 Euro fiel diese Spezialität dann doch ungewöhnlich teuer aus: Das Münchner Landgericht hat einen Mann wegen des Diebstahls von Kalbsleber zur Rekordstrafe von 260 Tagessätzen à 800 Euro verurteilt. Begründet wurde das harte Urteil mit mehreren Vorstrafen.

Der Beklagte, ein 58-jähriger Kaufmann, hatte sich in der Verhandlung schuldig bekannt, im Supermarkt bereits mehrfach beim Preis der Leber betrogen zu haben. Er packte die Innerei dafür in eine Obst-Tüte, wog sie zum Beispiel als Aubergine und versuchte sich im Anschluss mit der falsch deklarierten Ware durch die Kasse zu schmuggeln. 

Motiv bleibt rätselhaft

Die Ersparnis der Aktion dürfte im niedrigen zweistelligen Bereich liegen, in jedem Fall jedoch unter 50 Euro. Eine akute Notlage kommt als Motiv offenbar nicht in Betracht: Der verhängte Tagessatz berechnet sich auf Basis der monatlichen Einkünfte. Diese wurden vom Gericht für den Täter mit rund 24.000 Euro monatlich ermittelt, was selbst noch für das obligatorische Apfel-Zwiebel-Gemüse zur Leber hätte genügen sollen.

Wiederholung begründet harte Strafe

In seiner Urteilsbegründung addierte der Richter gleich mehrere Sünden zu Lasten des Angeklagten. So setze die Vorgehensweise eine erhebliche kriminelle Energie voraus. Als besonders erschwerend wurde gewertet, dass es nicht nur eine Wiederholung beim Kalbsleber-Coup gegeben hatte, sondern auch Vorstrafen bestanden. So war der Mann bereits 2011 verurteilt worden, weil er einen Toner stehlen wollte. Auch eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung war aktenkundig. 

Kalbsleber

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