Ohne Flügel im Flugzeug zur Kneipe

Freitag, 21.11.2014 PK

Mit einem waghalsigen „Flugmanöver“ hat sich ein Australier Ärger mit der Polizei eingehandelt: Er parkte mit seinem Flugzeug direkt vor seiner Stammkneipe. Doch das war nur die halbe Geschichte:

„Vor dem Purple Pub steht ein Flugzeug!“ lautete der Notruf, der die Polizei des Ortes Newman im Westen von Australien in Alarm versetzte. Am Tatort eingetroffen, stellten die Beamten tatsächlich eine Propellermaschine fest. Der Motor war noch warm, aber der Vogel stand ohne Tragflächen da. Beim Absturz abgebrochen? Nein. Die Geschichte war eine ganz andere.

Flügellahmer Straßenkreuzer

Der „Pilot“ hatte zuhause kurzerhand die Flügel seines Flugzeugs abmontiert und in seine Garage gelegt. Dadurch war der Flieger schmal genug, um ihn wie ein Auto über die Straße zu fahren. Dass der Propeller Menschen hätte verletzen können, hatte der Mann allerdings nicht bedacht. Ein triftiger Grund also, um ihn zum Verhör vorzuladen.

Verzweifelte Polizei

Nun scheinen die Australier allerdings einen einigermaßen robusten Humor zu haben: die meisten Bewohner des Ortes fanden den Vorfall nämlich lustig. Womöglich werden sie noch mehr lachen, wenn herauskommt, dass die Polizei nicht weiß, was sie dem Flugzeugbesitzer eigentlich vorwerfen soll. Illegale Landung? Nein, er ist ja gefahren. Fahren ohne Führerschein? Auch nicht, er hat einen. Trunkenheit im Straßenverkehr? Kaum, er hat das Flugzeug ja auf dem Weg zur Kneipe benutzt, nicht auf dem Rückweg. Na ja, und einen Unfall hat es schließlich auch nicht gegeben.

Sie hätten ja mal fragen können

Da hätten die Herren in Uniform mal unsere Polizei fragen sollen. Der wäre mit Sicherheit sofort „Kraftfahrzeug ohne die erforderliche Betriebserlaubnis auf öffentlicher Straße in Betrieb gesetzt“ eingefallen. Das kostet 70.- € und bringt 1 Punkt in Flensburg. Aber auch „gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“ kommt in Frage. Und dann hätten dem verrückten Australier sogar 5 Jahre Gefängnis gedroht.

Sonst sind sie nicht so zimperlich

Warum die Aussie-Polizei in diesem Fall so begriffsstutzig reagiert, ist schwer zu verstehen. Immerhin hat der fünfte Kontinent einen Bußgeldkatalog, hinter dem sich unserer locker verstecken kann. So kostet es z. B. zwischen 250.-  und 300.- €, wenn der Sicherheitsgurt nicht benutzt wird. Und an Feiertagen wird dieses Strafmaß sogar verdoppelt.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr: § 315b StGB

Guinness Pub

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