Arbeitszeugnis: Smiley in Unterschrift muss fröhlich sein

Montag, 13.10.2014 HH

Dass Arbeitgeber in Arbeitszeugnissen untereinander eine Art „Geheimsprache“ pflegen, ist nichts Neues. Doch dass sogar ein Smiley in der Unterschrift als eine heimlichen Botschaft missbraucht werden kann, das war selbst den Richtern des Arbeitsgerichts Kiel fremd:

Das Arbeitszeugnis war das letzte Kapitel in der Kündigung des langjährigen Arbeitnehmers. Schon längere Zeit hatte es zwischen dem Chef und dem Mitarbeiter gekriselt. Und so bestätigte das Arbeitszeugnis den Unmut des Vorgesetzten zwischen den Zeilen. Der ehemalige Arbeitnehmer zog damit vor Gericht, und da in einem Arbeitszeugnis nur Positives erwähnt werden darf, forderte das Arbeitsgericht Kiel hier zur Nachbesserung auf. Doch das war noch nicht alles.

Zeig mir Dein schönstes Lächeln…

Ebenso kritisierte es nämlich die Unterschrift des Vorgesetzten. Dieser verwendete normalerweise für seinen Anfangsbuchstaben „G“ zwei Punkte und einen nach oben geschwungenen Haken, der wie ein lachender „Smiley“ aussah.

In dem besagten Zeugnis aber wies der Haken nach unten, so dass den Betrachter ein sehr ernster, wenn nicht sogar mürrischer „Smiley“ entgegen starrte.

Dies hätte aber einen zukünftigen potentiellen Arbeitgeber abschrecken und ein negatives Gesamtbild entstehen lassen können. Also musste der ehemalige Chef das ungeliebte Arbeitszeugnis auch so unterschreiben wie gewohnt… 

Und da fragt man sich noch, warum unsere Gerichte überlastet sind:)

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Arbeitsgericht Kiel Urt. v. 18.04.2013, Az. 5 Ca 80 b/13

§§ 611 ff. BGB

Smiley am Strand

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