Waffen aus dem Drucker – Sicherheitsexperten warnen!

Freitag, 16.01.2015 PK

Yoshitomo Imura ist der erste Japaner, den ein Verbrechen mit einem 3D-Printer jetzt ins Gefängnis bringt. Der 28-Jährige wurde verhaftet, weil er fünf Schusswaffen hergestellt hat. Zwei davon sehen zwar wie plumpes Kinderspielzeug aus, funktionieren aber. Laut Polizeiangaben kann man damit immerhin eine 2,5 Zentimeter dicke Sperrholzplatte durchschießen. Das Urteil gegen den gefährlichen Heimwerker: zwei Jahre Haft.

Die Technik kann jeder für 500 Euro kaufen

Erklären wir kurz die Technik: Ein 3D-Drucker ist eine Gerät, das aus einem digitalisierten Bauplan im Computer Werkstücke fertigt, indem über Spritzdüsen flüssige Kunststoffe schichtweise zu einer dreidimensionalen Form gesprüht werden. Der Werkstoff härtet noch während dieses Prozesses vollständig aus. Oder einfacher ausgedrückt: Sie brauchen eine Schraube, wollen aber dafür nicht extra in den Baumarkt fahren? Dann suchen Sie im Computer schnell nach dem Bauplan der Schraube und drucken sie anschließend einfach aus!

Weltweit schon 100.000 Kopien

Unser verurteilter Japaner ist allerdings nicht der erste Bastler, der solche Mordinstrumente ausgedruckt hat. Schon im Mai 2013 wurden Pläne für eine Handfeuerwaffe ins Internet gestellt und mehr als 100.000 Mal heruntergeladen – bevor das amerikanische Außenministerium diese Pläne schließlich einzog. Die Annahme, dass Terroristen keinen einzigen davon abbekommen haben, ist wohl mehr als naiv.

Allein der passende Werkstoff fehlt

Die Frage, ob denn so ein Ding auch wirklich schießt, wollten die Zeitschrift „Chip“ und der bayerische Rundfunk testen. Doch weil die Herstellung von Waffen in Deutschland natürlich verboten ist, wurde der 3D-Drucker bei einem Münchener Büchsenmacher aufgestellt. Den Test der Pistole übernahm das Münchener Beschussamt. 

Ein Witz, wenn es nicht so ernst wäre

Viel Aufregung - um nichts? Denn das Ergebnis kommt einem vor wie aus einem Dick-und-Doof-Film: Patrone rein, abdrücken, plopp! Was eben noch wie eine Pistole aussah, liegt jetzt als staubiger Haufen auf dem Tisch – und die Kugel ist gerade mal einen halben Meter weit geflogen.

Unsere Polizei nimmt die Sache ernst

Beruhigend? Keineswegs! Denn eine texanische Firma hat bereits mit einem 3D-Drucker eine Waffe aus einem Metallpulver hergestellt, die schon 50 Schuss unbeschadet abgefeuert hat. Deutsche Sicherheitsbehörden jedenfalls sind alarmiert. Und das BKA (Bundeskriminalamt) will jetzt eigene Tests mit Plastikwaffen vornehmen – während die Bundespolizei sich Gedanken macht, wie sie Waffen aus Plastikteilen bei Kontrollen überhaupt in Zukunft entdecken soll.

3D-Drucker

Weitere Artikel

Kommentare