Verkehrsunfall: Wer torkelt, haftet!

Donnerstag, 02.04.2015 DOD

Bei Unfällen mit Fußgängern haben Autofahrer meist schlechte Karten. Denn von Fahrzeugen geht eine Gefahr aus, die den Fahrer in den meisten Fällen zum Schuldigen macht. Doch nicht immer! Auch ein Fußgänger kann einen Unfall mit einem Auto verschulden und muss sich dann dafür verantworten…

Grundsätzlich haftet ein Autofahrer bei einem Unfall mit einem Fußgänger allein aufgrund der „Betriebsgefahr“ seines Fahrzeugs. In einem Fall vor dem Oberlandesgericht Naumburg entschieden die Richter allerdings auf „überwiegendes Verschulden des Fußgängers“: Der Mann war betrunken auf die Straße getorkelt und über die Motorhaube in die Windschutzscheibe eines Autos geknallt. Deshalb haftete er selber zu 75 Prozent, der Autofahrer zu 25 Prozent.

Betriebsgefahr kontra Fußgänger-Verschulden

Unstrittig war, dass der Fußgänger 2,8 Promille im Blut hatte und telefonierte, als der Unfall passierte. Dennoch  behauptete er, das Auto sei zu schnell gefahren. Und da der Fahrer nicht das Gegenteil beweisen konnte, trat „die Betriebsgefahr des Autos nicht komplett gegenüber dem Fußgänger-Verschulden zurück“. Sonst hätte der Fußgänger sogar zu 100 Prozent Schuld gehabt und gehaftet.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht (OLG) Naumburg, Urteil vom 30. Januar 2014, Az.: 1 U 81/13

Autounfall, zerbrochene Windschutzscheibe

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