Wenn die Fiktion zur Realität wird: Thriller-Autor wegen mehrfachen Mordes verhaftet

Sonntag, 22.10.2017

Der chinesische Autor Liu Yongbiao ist festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, vor mehr als 20 Jahren vier Morde begangen zu haben. Nach Angaben der englischsprachigen Online-Zeitung „Sixth Tone“ hat der 53-Jährige die Taten bereits gestanden.

Liu Yongbiao war in China vor allem durch die 50-teilige Verfilmung einer seiner Liebesromane bekannt geworden, der 2014 erschienen war. Zuletzt hatte der Autor einen neuen Roman angekündigt. Der im neuen Licht makaber wirkende Titel: „Die schöne Autorin, die tötete“ . In dem Buch sollte es um eine Schriftstellerin gehen, die Morde begeht, dafür aber nie belangt wird.

„Ich habe die ganze Zeit auf Euch gewartet“

Den Zeitungsangaben zufolge zeigte sich Liu Yongbiao von seiner Festnahme nach so vielen Jahren wenig überrascht. „Ich habe die ganze Zeit auf Euch gewartet“, bekundete der Schriftsteller und räumte die Taten vollumfänglich ein. Seinen Angaben zufolge hatte er die Morde 1995 gemeinsam mit einem älteren Freund begangen, um an Geld zu kommen. Sie seien damals in ein Guesthouse eingedrungen und hätten einen der Gäste beraubt und getötet. Dabei seien sie allerdings von einem anderen Reisenden beobachtet worden, den sie ebenfalls umbrachten. Schließlich hätten auch der Besitzer der Unterkunft und sein 13-jähriger Enkel sterben müssen, um sie nicht verraten zu können.

Polizei ermittelte weiter

Der jetzige Fahndungserfolg geht auf DNA-Analysen und die Auswertung von Fingerabdrücken zurück. Die Polizei hatte den Fall nie geschlossen und im Laufe der Zeit unter anderem mehr als 60.000 Personen anhand ihrer Fingerabdrücke überprüft, um das Schwerverbrechen aufzuklären. 

Entsetzte Frau mit Roman

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