Mit entführtem Linienbus zur Disco: Täter muss in die Psychiatrie

Samstag, 10.03.2018

Die Entführung war spektakulär, verletzt wurde niemand: Im Sommer 2017 hatte ein 34-jähriger Mann in Halle an der Saale einen Linienbus entführt und sich damit zur Disco chauffieren lassen. Unfreiwillig mit an Bord waren auch vier Fahrgäste. Das Landgericht entschied nun, der Angeklagte sei nicht schuldfähig gewesen. Er brauche Behandlung.

Aufgrund weiterer Delikte, unter anderem dem Angriff auf einen Mithäftling, wurde der Täter zu neun Monaten Haft verurteilt. In der Hauptanklage, der Entführung des Busses unter Bedrohung des Fahrers mit einem Messer, gab es jedoch einen Freispruch. Basis der Entscheidung war ein Gutachten, das dem Täter die Schuldfähigkeit absprach. Fazit der zuständigen Staatsanwaltschaft im MDR: „Wer nicht schuldfähig ist, den kann ich nicht verurteilen." Das Gericht war mit seinem Urteil dem Antrag des Staatsanwalts gefolgt.  

Gericht sieht Gefahr für die Bevölkerung

Die Richter des Landgerichts in Halle haben nun die Unterbringung in einer nahegelegenen Spezialklinik in Sachsen-Anhalt angeordnet, wo der Mann behandelt werden soll. Die Dauer des Aufenthalts ist nicht begrenzt. Im Zuge des Prozesses war auch bekannt geworden, dass der Täter schon lange drogenabhängig ist und mehrfach vorbestraft wurde.

Bus fährt über eine Brücke

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