Kein Grund, um seine Miete zu mindern: Kinder dürfen lärmen

Donnerstag, 13.08.2015 DOD

Die Mieter bewohnen schon seit über 20 Jahren eine Erdgeschosswohnung mit Terrasse. Das Grundstück grenzt dabei genau an eine Schule, an der 2010 ein Bolzplatz gebaut wurde. Und der ist nur 20 Meter von der Terrasse entfernt…

Eigentlich sollte ab 18 Uhr auf dem Platz Ruhe sein. Doch viele der Kinder und Jugendlichen hielten sich nicht daran und spielten auch nach dieser Zeit auf dem Platz Fußball - verbunden natürlich mit Lärm. Das verärgerte wiederum die Mieter so sehr, dass sie sich beim Vermieter beschwerten und kurzerhand 20 Prozent weniger Miete bezahlten.

Kinderlärm ist kein Mietminderungsgrund 

Der Vermieter klagte daraufhin und bekam von den Richtern des Bundesgerichtshofs nun Recht. Mietern ist es demnach nicht erlaubt, wegen des Lärms von Kindern die Miete zu reduzieren. Auch bei einer nachträglich auftauchenden Lärmquelle dürfe nicht vorschnell von einem sogenannten „Recht zur Kürzung der Miete“ ausgegangen werden. „Lebensäußerungen von Kindern müssten in der Regel akzeptiert werden“, betonte der BGH-Senat in seiner Entscheidung. Ein wegweisendes Urteil, dass Klagen gegen Kinderlärm künftig deutlich erschweren dürfte.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof, Urteil vom 29. April 2015, Az. VIII ZR 197/14

Fröhliche Kindergruppe auf Wiese

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