Negativer Schufa-Eintrag? So können Sie ihn löschen lassen

Dienstag, 26.09.2017

Ein negativer Eintrag bei der Schufa-Auskunft kann Existenzen wirtschaftlich zerstören. Plötzlich werden nicht nur Kredite verweigert, es gibt auch keine EC-Karte mehr und der neue Handy-Vertrag wird abgelehnt. Im schlimmsten Fall setzt eine Abwärtsspirale ein, die vom Betroffenen kaum noch aufzuhalten ist. 

Wenn Sie gegen einen negativen Schufa-Eintrag vorgehen wollen, müssen Sie zunächst Kenntnis davon besitzen. Schließlich wird der Handy-Vertrag zwar abgelehnt, eine Begründung erhalten Sie jedoch meist nicht. Ist der negative Eintrag als Ursache klar, stellt sich vor allem die Frage: Ist der Schufa-Eintrag berechtigt oder nicht? Danach richtet sich auch das weitere Vorgehen.

So erhalten Sie Kenntnis vom negativen Schufa-Eintrag

Die Schufa, also die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, ist ein privates Unternehmen. Aufgrund ihrer Bedeutung hat der Gesetzgeber jedoch einige Vorkehrungen getroffen, um die Zahl tragischer Irrtümer zu minimieren Dazu zählt auch, dass jeder Bürger das Recht hat, einmal jährlich kostenfrei Auskunft über die ihn erfassten Daten zu erhalten. Um sich zu informieren, muss also nur ein kurzer Antrag bei der (jeweiligen) Auskunftsdatei gestellt werden.       

Einträge prüfen, Fehler monieren

Stoßen Sie bei Ihren Recherchen auf Ungereimtheiten, sollten Sie um Korrektur bitten. Das ist möglich, wobei sich das Vorgehen je nach Sachverhalt unterscheidet. Grundsätzlich gilt: Basiert der negative Eintrag auf noch bestehenden Schulden, die bereits zur Zahlung fällig waren, ist der Versuch einer Löschung bei der Schufa aussichtslos. Anderenfalls lassen sich die folgenden Fälle unterscheiden:

Falsche Daten, zum Beispiel bei der Adresse: Wenden Sie sich direkt an die Schufa. Hier wird man Ihre Angaben prüfen, gegebenenfalls um Belege bitten und die Änderungen vornehmen.

Veraltete Daten zu bereits getilgten Schulden: Wenden Sie sich direkt an den (ehemaligen) Gläubiger oder das von ihm beauftrage Inkassobüro und fordern Sie die Korrektur innerhalb einer festen Frist (zum Beispiel von 14 Tagen) bei der Schufa und vergleichbaren Auskunftsdateien. Informieren Sie parallel dazu die Schufa selbst, ebenfalls schriftlich. Bestätigt der Gläubiger die erfolgte Rückzahlung nicht, bleibt nur der Gang vor Gericht.

Veraltete Daten im Sinne der Löschvorgaben: Enthält die Auskunft über Sie noch Daten, die per Gesetz bereits gelöscht sein müssten, sollten Sie die Schufa darauf hinweisen. Die Frist für die Löschung von Kreditinformationen und Daten aus den Schuldner-Verzeichnissen der Amtsgerichte liegt bei drei Jahren – beim Amtsgericht taggleich, bei Krediten beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem die Forderungen beglichen wurden. Bei strittigen Fällen ist eine Fristverlängerung um ein Jahr möglich.

Vorzeitig erfolgte Tilgung: Werden titulierte Schulden vorzeitig beglichen und stimmt der Gläubiger zu, kann das Amtsgericht die erfolgte Rückzahlung bestätigen – womit der Löschung des Eintrags bei der Schufa nichts mehr im Wege steht.         

Schulden unter 2.000 Euro: Werden die Schulden innerhalb von sechs Wochen nach Meldung beglichen und stimmt der Gläubiger dem zu, kann der Eintrag von der Schufa sofort gelöscht werden.    

Symbolbild Verkehrsschild Schufa

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26.09.2017 14:15
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