Lenßens Tipp: Erben uneheliche Kinder auch?

Dienstag, 19.01.2016 Ingo Lenßen

„Vor 6 Monaten ist unser Vater an Krebs gestorben. Er war schon 70 Jahre alt. Mit seiner Firma und dem großen Haus gibt einiges aufzuteilen unter uns 3 Kindern. Plötzlich hat sich aber noch ein vierter gemeldet. Ein anscheinend unehelicher Sohn aus einer Affäre von meinem Vater. Für unsere Familie war das natürlich erst mal ein Schock. Der uneheliche Sohn will nämlich auch ein viertel vom Erbe. Ist das überhaupt möglich?“

Ja, das ist es. Uneheliche Kinder werden schon lange wie eheliche behandelt - es gibt keinen Unterschied mehr. Dies fordert das Grundgesetz in Art. 6 Abs. 5: „Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.“

Und was heißt das?

Wenn Ihr Vater kein Testament gemacht hat, müssen Sie also ein Viertel mit Ihrem „Bruder“ teilen. Aber auch wenn Ihr Vater ein Testament gemacht hat und Sie darin mit Ihren beiden „richtigen“ Geschwistern als Alleinerben eingesetzt hat, bekommt der uneheliche Sohn immer noch seinen Pflichtteil - das ist dann zwar nicht mehr ein Viertel, aber immerhin noch ein Achtel.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Art. 6 Abs. 5 GG

§ 2303 BGB

Streit Mann und Frau

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19.01.2016 07:05
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