Die Zugewinngemeinschaft – Was ist das?

Montag, 19.06.2017

Wenn Sie verheiratet sind, und keine anderweitige Regelung getroffen haben, leben Sie und Ihr(e) Partner(in) im Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das gilt ohne Einschränkungen auch für eingetragene Lebenspartnerschaften. 

Bei der Zugewinngemeinschaft bleiben die Güter der Partner getrennt. Jedem gehört also weiterhin das, was er in die Ehe eingebracht hat und im Laufe der Beziehung neu erwirbt. Der eigene Besitz wird auch von jedem Partner selbst verwaltet, allerdings bestehen Verfügungsbeschränkungen. So können Verkäufe, die die finanzielle Grundlage der Partnerschaft beeinflussen, die Zustimmung des jeweiligen Lebenspartners voraussetzen.

Mitbesitz: gemeinsam erworben

Vom Mitbesitz spricht man bei allen Gütern, die während der Ehe gemeinsam angeschafft werden. Unabhängig davon, wer die Gelder zur Zahlung erwirtschaftet hat, werden hier automatisch beide Eheleute (Mit)-Eigentümer. Das gilt zum Beispiel für den Hausrat aber auch für Wohneigentum, das gemeinsam genutzt wird.

Trennung: Die Zugewinngemeinschaft wird aufgelöst

Wichtig wird der Güterstand der Zugewinngemeinschaft im Falle der Trennung. Jetzt muss der Besitz zwischen den Partnern aufgeteilt werden, was zu gleichen Teilen geschieht. Möchte einer der Partner ganz oder teilweise verzichten, steht ihm dieses Recht zu.  

Um den tatsächlichen Zugewinn während der Ehe zu ermitteln, muss das Eingangsvermögen bekannt sein. Ein sogenanntes Anfangsvermögensverzeichnis kann hier Streitereien verhindern.

Schulden: Jeder zahlt für sich allein

Schulden werden, von Ausnahmen abgesehen, nicht geteilt, also auch nicht aus dem gemeinsamen Zugewinn beglichen. Jeder Schuldner haftet also mit seinem eigenen Besitz. Das gilt allerdings nicht, wenn Schuldverträge von beiden Partnern unterzeichnet wurden.

Erbschaften von einem der Partner, die während der Ehe erfolgt sind, bleiben bei der Gütertrennung ebenfalls unberücksichtigt. Sie werden bei der Trennung so bewertet, als habe es sie schon vor der Heirat gegeben.  

Trennung durch den Tod eines Partners

Endet die Beziehung durch den Tod eines Ehepartners, kommt auch hier die Zugewinngemeinschaft zum Tragen. Der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehepartners steigt um ein Viertel. 

Zugewinngemeinschaft

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