Der Erste, der sich darüber freut: Lebenslänglich für Opa Emil

Donnerstag, 13.11.2014 PK

Emil V. ist bereits 100 Jahre alt. Der auf einen Rollstuhl angewiesene Rentner lebt in einem Pflegeheim. Doch weil seine Rente für die immensen Kosten nicht reicht, sollte er nun per Räumungsklage auf die Straße gesetzt werden. Doch unglaublicher Weise tat die Behörde mit dieser Anweisung tatsächlich einmal etwas Gutes…

Schon seit zwei Jahren fehlen Emil V. jeden Monat 1000.- €, um die Kosten für das Pflegeheim in Jüchen zu decken. Doch das Sozialamt verweigerte ihm jegliche Hilfe, weil es ihm unterstellte, dass der Senior über ein geheimes Vermögen verfügen würde. Dass er zwar früher Geld hatte, dieses aber längst aufgebraucht war, wurde ihm schlicht nicht geglaubt.

Keinen Cent mehr übrig...

Dabei ist Opa Emils Lebensgeschichte eine, die jeder von uns in seinem Alter ebenfalls erzählen würde: Heirat, mit eigenen Händen ein Haus gebaut, und 50 Jahre lang bis zur Rente geschuftet. Um die beiden Heimplätze für sich und seine Frau zu bezahlen, die immerhin im Monat je über 3000.- € kosten, verkaufte  er sein Haus. Eigentlich durchaus plausibel, dass von dem Vermögen kein Cent mehr übrig ist.

…aber das glaubte ihm keiner…

Eigentlich übernimmt das Sozialamt die Unterbringungskosten, wenn Pflegebedürftige oder deren Angehörige nicht dafür aufkommen können. Dafür muss allerdings die Bedürftigkeit nachgewiesen werden. Und das kann dauern, wenn die Vermögensverhältnisse ungeklärt sind, oder wie hier willkürlich in Zweifel gezogen werden. 

... nicht einmal für einen Kaffee

In Wahrheit blieb dem Emil V. nicht einmal genug, um sich einen Kaffee oder eine Tageszeitung zu leisten. Dessen ungeachtet erwirkte das Pflegeheim eine Zwangsräumung. Wohin der 100-Jährige dann sollte, das interessierte niemanden. Scheinbar!

Rollstuhl kehrt Marsch!

Denn die Zwangsausweisung war nur ein - zugegebenermaßen - ziemlich cleverer Trick, wie sich jetzt zeigte. Emil V. wurde per Räumungsbeschluss mit seinem Rollstuhl vor die Tür seines Zimmers geschoben. Dort warteten aber schon die Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit einem Beschluss zur Zwangsunterbringung. Also: Rollstuhl „kehrt Marsch!“ und zurück in die gute Stube.

Ende gut…

Und wer zahlt jetzt dafür? Auf jeden Fall nicht mehr Emil. Denn bei einer Zwangsunterbringung muss die Gemeinde für die Kosten aufkommen. Opa Emil fühlt sich wohl und ist zufrieden – Und ausziehen muss er nicht mehr, denn sein Wohnrecht gilt jetzt lebenslänglich!

Schaukelstuhl auf Veranda

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