Gar nicht schlecht: jeden Monat 5.000 Euro fürs Nichtstun

Mittwoch, 11.11.2015 PK

Charles Simon ist Mitarbeiter der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF. Seine Aufgabe: nichts tun. Sein Arbeitsplatz: zu Hause. Sein Gehalt: 5.000 Euro pro Monat. Und dieser Mann beschwert sich!

Zwölf Jahre läuft die Faulenzer-Nummer schon, jetzt verlangt der 43-Jährige eine „Entschädigung“. Simon glaubt nämlich, dass er absichtlich aufs Abstellgleis geschoben wurde, um ein dunkles Geheimnis der französischen Eisenbahn zu schützen. „Nachdem ich drei Jahre normal gearbeitet hatte, bin auch auf einen Betrug mit falschen Rechnungen aufmerksam geworden“, sagte er vor kurzem der britischen Zeitung „Telegraph“. Der angebliche Schaden dadurch: 20 Millionen Euro im Jahr. Jetzt hört sich die Geschichte auf einmal gar nicht mehr schön an.

Whistleblower unerwünscht

Als er damals seinen Vorgesetzten über seine Entdeckung berichtet habe, sei er als unerwünschter „Whistleblower“ sofort aus dem aktiven Dienst entfernt worden. Inoffiziell, versteht sich. Denn offiziell sucht man im Konzern intern für Charles Simon ein neues Betätigungsfeld. Seit zwölf Jahren findet sich aber nichts Passendes. Einen neuen Posten bekam er bis heute nicht, dafür aber eine monatliche Gehaltsüberweisung, dazu Urlaubs- und Weihnachtsgeld.  

Mit Anfang 30 zwangsstillgelegt

Sicher gibt es ein ganze Reihe von Menschen, die sich mit Simons Situation durchaus arrangieren könnten. Dieser Mann aber fühlt sich ins Unrecht gesetzt: Wäre er nicht deaktiviert worden, hätte er nach eigener Einschätzung ein beeindruckende Karriere hingelegt. Und – nur so ergibt die Geschichte einen Sinn – sicherlich ein noch höheres Einkommen erzielt als jetzt. 

Gibt es einen Beschäftigungsanspruch?

Bleibt die Frage, ob das hierzulande auch passieren könnte. Eigentlich nicht. Denn jeder Arbeitnehmer hat das Recht, tatsächlich damit beschäftigt zu werden, wofür er bezahlt wird. Dieser Anspruch ergibt sich aus den §§ 611, 613 BGB in Verbindung mit § 242 BGB und der Art. 1 und 2 des Grundgesetzes.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§§ 611, 613 BGB 

§ 242 BGB 

Art. 1 und 2 GG

Mann auf Sofa

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11.11.2015 11:19
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