Pfefferspray gegen frische Luft

Samstag, 02.04.2016 HH

Eigentlich war alles (Fahr-)planmäßig verlaufen im Kölner Stadtbus. Trotzdem herrschte nach kurzer Zeit zwischen drei Passagierinnen „dicke Luft“. Und diese wurde von Station zu Station immer dicker, bis schließlich der Bus notfallmäßig geräumt werden musste…

Im Bus „132“ war es wohl etwas stickig gewesen, deshalb  kippte eine Krankenpflegerin, 27, das Fenster über ihr. Es ging aber nicht lange, bis sich zwei weitere Mitreisende, eine Mutter, 50, und deren Tochter, 32, darüber beklagten. Der Fahrtwind würde nun genau über den Sitzplatz der Mutter wehen, und es würde ziehen. Doch die „Frischluft-Freundin“ zeigte sich uneinsichtig und beharrte auf der Kippstellung des Busfensters. Da legte die liebende Tochter selber Hand an und schloss das Fenster. Kurz darauf öffnete es die Krankenpflegerin wieder. Darauf folgte wieder der Einsatz der Tochter, etc. und pipapo.

Haarige Diskussionen

Irgendwann machte dann die Tochter statt des Fensters den Mund auf und erging sich in wüsten Beschimpfungen der „Egoistin“. Diese konterte schlagfertig, effektvoll begleitet durch das weitere Klappern des geöffneten oder geschlossenen Fensters. Da wurde es der Tochter zu bunt und sie griff in die Haare der Kontrahentin, um kräftig daran zu ziehen. Und diese zog die Tochter nun auch an den Haaren. 

Zwischenstation Struwwelpeter

Mittlerweile war der Bus bereits an der Haltestelle „Brühler Landstrasse“ vorbeigefahren, und die Frisuren der beiden Damen hatten zu diesem Zeitpunkt bereits alles andere als einen „perfekten Halt“. Als Sahnehäubchen schlug die Mutter dann auch noch mit ihrer Handtasche auf die Krankenpflegerin ein. Deren kurzfristige Verwirrung nutzte die Tochter und zog aus ihrer Tasche, -nein, nicht Haar-, sondern Pfefferspray, und setzte ihn wildentschlossen ein. Doch damit „würzte“ sie nicht nur ihre Gegnerin. Innert weniger Sekunden bildeten sich in dem Fahrraum aggressive, brennende Duftschwaden, und der komplette Bus musste evakuiert werden. 

Kurzer Nachschnitt

Die Richterin des Kölner Amtsgerichts verurteilte nun die bereits einschlägig bekannte Tochter zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, und die Mutter zu 900.- € Geldstrafe wegen einfacher Körperverletzung. Vielleicht sollten sich die Damen für das kommende Jahr vornehmen, lieber etwas öfter an der frischen Luft spazieren gehen - das beruhigt ungemein.

Stadtbus

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