Stadt will gehbehinderter Frau ihren kleinen Hund wegnehmen

Freitag, 06.03.2015 PK

Das Schreiben der Bottroper Behörde war für Karin K. ein Schock. Die ältere Dame sollte ihre Mischlingshündin Ronja abgeben. Nachbarn hatten die Frau angezeigt, sie würde das Tier nicht artgerecht halten…

Die Rentnerin leidet an multipler Sklerose. Infolge dieser Erkrankung ist sie auf einen Rollator angewiesen, um ihre Alltagsbesorgungen zu bewältigen. Und dabei nimmt sie Ronja immer mit – im Körbchen des Rollators. Was natürlich den Nachbarn nicht verborgen blieb. „Der Hund bekomme zu wenig Bewegung, das sein keine artgerechte Haltung“ – so stand es im Beschwerdebrief an die Behörden. Und die Amtstierärztin bestätigte anschließend: Ronja ist ein junger, ungestümer Hund mit viel Bewegungsdrang.  

Hunde sind Medizin gegen Einsamkeit

Es ist eine traurige Geschichte. Denn Rentnerin K.s alter Hund war gerade gestorben. Sie hatte sich daraufhin Ronja gekauft – die Hündin war damals sieben Monate alt. Natürlich ist eine alte, dazu noch gehbehinderte Frau womöglich überfordert, einen Hund im „Flegelalter“ zu erziehen oder ihm beizubringen, ordentlich bei Fuß zu laufen. Dennoch helfen Hunde alten Menschen, ihre Einsamkeit zu überwinden, und werden dafür von ganzem Herzen geliebt.

Ronja liebt es, gefahren zu werden

Das wussten auch die Vertreter der Stadt. Sie besuchten die Frau zu Hause, bemühten sich, sie zu überzeugen, dass Ronja wohl nicht der richtige Hund für sie sei. „Ob nicht vielleicht ein Schoßhund besser für sie sei“, wurde ihre nahegelegt. Doch Karin K. wollte keinen anderen Hund. Sie wollte ihre kleine Ronja. Und so klagte sie gegen den Behördenbescheid, den geliebten Hund abgeben zu müssen. Zumal Ronja es Zeugenaussagen zufolge durchaus genoss, im Rollator mitzufahren: Sie sprang freiwillig in den Korb und machte es sich dort auf einem Kissen bequem.

Ein Urteil, das allen hilft

Hinter verschlossenen Türen wurde mehre Stunden verhandelt. Und ein gutes Ende gefunden. Der Richter entschied: Ronja darf bleiben. Karin K. muss aber nachweisen, dass Bekannte und Freunde regelmäßig mit der Hündin in einen Park gehen. Und die helfen gerne. Ein gutes Urteil.

Alte Frau mit Schirm

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06.03.2015 07:24
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