Das kann richtig Ärger geben: Schule schwänzen für den Urlaub…

Freitag, 22.05.2015 DOD

Immer wieder das gleiche Ärgernis: Die Ferienzeit naht und die Preise in den Urlaubsorten steigen. Die Versuchung ist deshalb groß, die schulpflichtigen Kinder schon ein oder zwei Tage vor dem Beginn der Ferien aus der Schule zu nehmen und mit billigen Flügen in den Urlaub zu starten. Doch das ist mittlerweile alles andere als eine Lappalie…

In den Urlaub fahren, wenn es günstig ist? Als Familie mit schulpflichtigen Kindern fast unmöglich. Reisen zur Hauptsaison sind oft doppelt so teuer. Manchmal reicht es da schon, den Hinflug ein oder zwei Tage nach vorne zu verschieben - und Schwupp - ist der Flug nur noch halb so teuer. „Vor den Ferien läuft sowieso nichts mehr in der Schule“, so die gängige Meinung vieler Eltern. Da ist die Versuchung groß, die Kinder einfach blau machen zu lassen. Doch das kann ziemlich schief gehen – schließlich herrscht in Deutschland Schulpflicht, und da versteht Väterchen Staat keinen Spaß.

Schulen verlangen zum Teil ärztlich Atteste nach den Ferien

In den vergangenen Jahren sind Schulen immer sensibler geworden für das Thema, Schulschwänzern drohen immer öfter Sanktionen. Denn die "Krankmeldungen" der Schüler direkt vor und nach den Ferien gehen jährlich nach oben. Schulen und Lehrer nehmen das Thema mittlerweile sehr ernst und verlangen zum Teil sogar ärztliche Atteste, gegen die man sich im Normalfall nicht wehren kann.

Kontrolle beim Check-In am Flughafen

Richtig spaßig wird es dann erst am Flughafen: Zu Ferienbeginn stehen an vielen Check-In Schaltern Beamte der Bundespolizei und halten Ausschau nach schulpflichtigen Kindern. Wenn die Eltern dann keine Schulbefreiung vorweisen können, wird es richtig teuer. Drakonische Strafen drohen, und von dem ersparten Geld für den Urlaub bleibt dann oft nicht mehr viel übrig…

In Deutschland herrscht Schulpflicht!

Schulbefreiungen wären die eine Lösung. Aber die gibt es meistens nur bei Familienfeiern oder für sportliche Wettkämpfe, die in die Unterrichtszeit fallen. Und man sollte wissen: Einen Rechtsanspruch für die Befreiung vom Unterricht gibt es nicht, grundsätzlich ist es eine Einzelfallentscheidung der Schule.

Die Eltern sind dran, wenn es rauskommt

Noch einmal: schulpflichtig sind alle Kinder und Jugendliche! „Behindern“ Eltern diese Schulpflicht - wie im Fall von Urlaubsreisen während der Schulzeit - drohen erhebliche Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen. Konkret bedeutet das: gegen die Eltern kann wegen Verletzung der Schulpflicht ein Bußgeld von bis zu 1.000(!) Euro oder gar Erzwingungshaft verhängt werden. Das heißt im Klartext, wir reden hier von einer Straftat! Und das ist alles andere als eine Lappalie… Der beste Rat ist daher, sich an die Ferienzeiten der Kinder zu halten und keinen illegalen „Extraurlaub“ für sich und den Nachwuchs zu beanspruchen. Oder sich dann zumindest nicht erwischen zu lassen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landesverfassungen und Schulgesetze der Bundesländer

Grundgesetz, Artikel 7 GG

Polizei am Bahnhof

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22.05.2015 10:42
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