Schlamperei bei der OP: 25 kg schwerer Monstertumor bei Patientin entdeckt

Samstag, 30.05.2015 DOD

Eine junge Mutter aus Moers hatte ihren Sohn per Kaiserschnitt entbunden. Alles schien perfekt, die OP war gut verlaufen. Doch der Horror kam danach…

Denn keine zwei Jahre später begann der Bauch von Carolin B. wieder zu wachsen. Zuerst dachte sie an eine erneute Schwangerschaft, doch der Test fiel negativ aus. Als sie daraufhin zum Arzt ging, machte der eine erschreckende Feststellung, die der jungen Mutter alle Hoffnung raubte: Der Mediziner vermutet Eierstock- oder Leberkrebs. Die Frau war verzweifelt und begab sich sofort wieder unters Messer.

Chirurgen entsetzt über Riesentumor

Als die Chirurgen die Patientin aufschnitten, trauten sie allerdings kaum ihren Augen: ein 25(!) Kilogramm schwerer Tumor lag vor ihnen im Bauchraum der schmalen Frau. Jetzt musste alles ganz schnell gehen, denn die Patientin schwebte in Lebensgefahr und der riesige Tumor musste so schnell wie möglich entfernt und untersucht werden.

Ein fast tödlicher Fehler

Nach einigen Tagen kam jedoch die erleichternde Nachricht: Der Tumor war nicht bösartig. Stattdessen hatten die Pathologen in der Mitte des Kolosses ein Operationstuch gefunden! Diese 45 mal 45 Zentimeter großen Bauchtücher werden bei jeder Operation eingesetzt, um Blut aufzusaugen. Und genau solch ein Tuch lag jahrelang unentdeckt im Bauch. Der Fremdkörper wurde dann durch körpereigenes Gewebe im Laufe der Zeit verkapselt und nahm so monströse Ausmaße an.

Tuch wurde damals auch vermisst

Eigentlich werden nach jeder Operation alle Besteckteile und Bauchtücher von den OP-Schwestern nachgezählt. Das war auch hier der Fall gewesen, und die Zählkontrolle hatte damals tatsächlich ergeben, dass ein großes Bauchtuch fehlte. Beide an der OP beteiligten Ärzte sagten nun vor Gericht aus, dass es trotz mehrmaligen Abtastens des Bauches und sorgfältiger Suche im gesamten Operationssaal nicht gefunden werden konnte. „Offensichtlich waren in einem Paket nur vier statt fünf Tücher eingepackt“, nannte eine Ärztin eine mögliche Fehlerquelle.

Schmerzensgeld für die Patientin

Die Frau bekam darauf ein Schmerzensgeld zugesprochen („Lenßens Tipp: Schmerzensgeld bei Fehldiagnose?“). Das Amtsgericht Moers verhängte wegen fahrlässiger Körperverletzung Geldstrafen von 13.000 beziehungsweise 2.550 Euro gegen den Chefarzt der Geburtsabteilung und gegen eine damalige Assistenzärztin.

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Tumor durch vergessenes OP-Bauchtuch
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30.05.2015 14:47
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