Muss Silvester 2015 wegen Terrorgefahr ausfallen?

Donnerstag, 17.12.2015 PK

Der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele setzt sich wegen der Terrorgefahr für ein Verbot von extrem lauten Böllern ein. Er fordert überdies knallfreie Zonen. Die Idee ist nicht neu: Eine ähnliche Diskussion gab es nach den Anschlägen von New York. Und 2007 hatte die belgische Hauptstadt Brüssel das Zünden von Silvesterböllern wegen Terrorgefahr verboten…

„Die Leute wissen ja nicht, was das ist, was so fürchterlich bumst,“ rechtfertigt Ströbele seinen Vorstoß. Seiner Meinung nach sind Menschen angesichts der latenten Terrorgefahr verunsichert und würden durch extrem laute Silvesterkracher in Schrecken versetzt. Daher sei ein Verbot von größeren Feuerwerkskörpern mit der drei- bis zehnfachen Knallkraft normaler Böller sinnvoll. 

Ist Deutschland zu streng?

Aber der Mann spricht keineswegs von den superstarken „Polenböllern“, die hierzulande ohnehin verboten sind, weil die von der Sprengkraft her schon fast mit Handgranaten zu vergleichen sind. Die maximal erlaubte Menge an Schwarzpulver bei Böllern liegt in Deutschland bei 6 Gramm, in frei verkäuflichen Feuerwerksraketen dürfen 20 Gramm des Sprengstoffes enthalten sein. Übrigens streiten sich die EU-Länder seit Jahren darüber, ob Deutschland seine strengen Regeln abschaffen muss oder nicht.

Wichtige Regeln, die jeder kennen muss

Bis es soweit ist, müssen wir mit diesen Regeln leben – vielen dürfte das sogar ganz recht sein. Denn über das Geknalle entbrennt jedes Jahr wieder Streit unter Nachbarn. Vor allem, weil kaum jemand das Gesetz kennt. Deshalb hier die wichtigsten Fragen:

Die 5 wichtigsten Fragen:

1. Ab wann darf Feuerwerk verkauft werden?

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern der „Klasse II“ für Silvester 2015 startet am 29. Dezember und endet am 31. Dezember 2015. Zur „Klasse II“ gehört Kleinfeuerwerk, das nur an Personen ab 18 Jahren verkauft werden darf. 

2. Wer darf was kaufen und abbrennen?

Jugendliche, die das 12. Lebensjahr vollendet haben, dürfen pyrotechnische Gegenstände der „Klasse I“ (sogenanntes Kleinstfeuerwerk) verwenden. 

3. Wo darf nicht geknallt werden?

Das Abbrennen von Böllern, Raketen, Feuerrädern usw. ist in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern verboten.

4. Ab wann darf geknallt werden?

Feuerwerkskörper der „Klasse II“ dürfen vom 31. Dezember (ab 0.00 Uhr) bis zum 1. Januar (24.00 Uhr) gezündet werden. Aber: Jede Gemeinde ist berechtigt, diese Zeiten einzuschränken. Also besser vor erkundigen! „Klasse I“-Feuerwerk darf das ganze Jahr hindurch verwendet werden.

5. Wie teuer sind Regelverstöße?

Wer schon vor Silvester oder noch nach Neujahr herumballert, kann mit einem Bußgeld bis zu 10.000 Euro belegt werden. Das ergibt sich aus den Bußgeldkatalogen der einzelnen Bundesländer.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) § 23

Verbrannter Feuerwerkskörper

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