Kondome – Deutsche Markenware! Oder doch nicht?

Dienstag, 10.02.2015 BJ

Made in Germany“ - Diese Herkunftsbezeichnung gilt für viele Käufer als wichtiges Gütesiegel. Auch Kondomverpackungen eines Arnstädter Erotikvertriebes schmücken sich mit dem Logo. Doch dagegen lief nun die Interessengemeinschaft deutscher Kondomhersteller Sturm - denn die Arnstädter kaufen ihre „Rohlinge“ komplett im Ausland…

Doch welche Produktionsschritte muss ein Kondom durchlaufen, damit es auch als „deutsche Markenware“ ausgegeben werden kann? Reicht es - wie hier in dem Armstädter Unternehmen - aus, dass die Firma die Rohlinge, welche sie aus dem Ausland bezieht, hier in Deutschland lediglich versiegelt, verpackt, und ab und zu Stichproben als Qualitätskontrolle durchführt?

Was erwartet Mann von einem „deutschen“ Kondom?

Das Oberlandesgericht in Hamm hatte dazu eine klare Meinung: Nein, das reicht nicht! Denn: „Kunden werden in ihrer Erwartungshaltung getäuscht, wenn das Kondom mit „Made in Germany“ beworben wird, die Herstellung aber im Wesentlichen im Ausland stattfindet“. Das „Befeuchten“ und Verpacken in Deutschland reiche diesbezüglich also einfach nicht aus. 

Das Erotikunternehmen legte dagegen Beschwerde ein. Deshalb werden sich nun bald wohl auch die Richter vom Bundesgerichtshof mit der allumfassenden Frage beschäftigen dürfen, wie viel Deutschland nun wirklich in einem Kondom stecken muss…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Hamm Urt. v. 13.03.2014 Az. 4 U 121/13

§§ 1 ff. UWG

Kondome an Wäscheleine

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10.02.2015 15:05
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