Am Pool könnte es tatsächlich nass sein – Reiseveranstalter haftet nicht bei Sturz

Sonntag, 26.10.2014 BJ

Der Bielefelder war in bester Stimmung, als er in die Türkei in den Urlaub flog. Der Spaß nahm jedoch ein jähes Ende, nachdem der Mann auf dem Weg zum „Pool-WC“ auf den nassen Fließen ausrutschte und sich eine blutende Platzwunde zuzog.

Der Verletzte kam in ein örtliches Krankenhaus, wo die Wunde genäht werden musste. Die dadurch verursachten Behandlungskosten verlangte der Mann, nachdem er wieder in Deutschland war, vom Reiseveranstalter zurück. Schließlich hätte man ihn auf die hohe Rutschgefahr hinweisen müssen. Rutschfeste Matten seien ebenfalls auch nicht ausgelegt gewesen. Dies sei zur Sicherheit der Gäste aber unbedingt nötig gewesen. Aber das Reiseunternehmen wollte nicht zahlen, und so reichte der Mann Klage ein.

Das Hirn sollte nie Urlaub machen…

Das Amtsgericht München war da aber anderer Meinung und wies die Klage ab. Das Gericht argumentierte, dass jeder Urlauber nach der allgemeinen Lebenserfahrung auch ohne Schilder wissen müsse, dass in der Nähe eines Pools Rutschgefahr besteht. Und dass der gesamte Poolbereich mit Antirutsch-Matten abgedeckt werden sollte, könne man sicherlich nicht erwarten. Somit blieb der Bielefelder auf seinen Kosten sitzen.

Der gesunde Menschenverstand ist eben doch immer noch unbezahlbar…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München Urt. v. 15.04.2014, Az. 182 C 1465/14

§§ 280, 651 a ff., 823 BGB

Der Flügel eines Flugzeugs im Himmel

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