Büroverbot für dreibeinigen Hund am Arbeitsplatz

Mittwoch, 01.10.2014 BJ

Die Mitarbeiterin einer Werbeagentur durfte drei Jahre lang ihre dreibeinige Hündin mit ins Büro bringen. Das später vom Arbeitsgericht Düsseldorf ausgesprochene Hausverbot für das Tier im Büro hat das Landesarbeitsgericht Düsseldorf nun ausdrücklich bestätigt.

Soziales und territoriales Verhalten störte den Arbeitsablauf

Während der eine Gutachter dem Tier „Harmlosigkeit“ bescheinigte, stellte ein Anderer ein ausgeprägtes Revierverhalten fest.

„Der Hund habe Auffälligkeiten gezeigt.“ Während die Personalleiterin des Betriebs in den Aufzug flüchtete, sei dem Geschäftsführer der Weg zu den Meetings versperrt worden. Zähnefletschend habe die Hündin ihr Revier verteidigt, solange die Hundehalterin im Betrieb unterwegs war. Andere Mitarbeiter berichteten, dass Unterlagen nur noch unter dem Türschlitz durchgeschoben werden konnten, sofern das Tier im Büro vermutet wurde.

Geruchsbelästigung am Arbeitsplatz

Erschwerend kam hinzu, dass die Hündin die Mittagspausen stets nutzte, um sich ausgiebig im Rhein zu baden. Die Mitarbeiter beklagten sich, dass sich im Anschluss regelmäßig eine Geruchsbelästigung ergeben hätte. Die Hundehalterin bestritt diese Vorwürfe jedoch vehement.

Klage gegen Weisung des Arbeitgebers, die Hündin vom Büro fernzuhalten

Der Arbeitgeber reagierte, indem er von seinem Direktionsrecht Gebrauch machte und der Mitarbeiterin die bislang geduldete Anwesenheit ihres Hundes untersagte. Die Klägerin wehrte sich dagegen, da sie nicht nur Mobbing, sondern auch einen Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung vermutete. Schließlich dürften andere Mitarbeiter ihre Haustiere ebenfalls mit zur Arbeit bringen.

Landesarbeitsgericht Düsseldorf: Reaktion des Arbeitgebers rechtmäßig

Obwohl die dreibeinige Hündin persönlich zum Gütetermin vor Gericht erschien und mit treuem Blick versuchte, die Richter von ihrer Harmlosigkeit zu überzeugen, erkannte das Landesarbeitsgericht Düsseldorf durch das Tier im Büro eine Störung der anderen Mitarbeiter sowie des Arbeitsablaufes.

Auch einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz oder Mobbing konnte das Berufungsgericht nicht erkennen.

Auf den Vorschlag der Klägerin, im Büro einen Zwinger oder ein Schutzgitter zu errichten, ließ sich letztlich weder der Arbeitgeber noch der Vorsitzende Richter ein.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

vgl. Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urt. vom 24.03.2014 – 9 Sa 1207/13

Hund, Haustier

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