Null-Toleranz gegenüber gefährlichen Hunden

Sonntag, 17.01.2016 PK

Die Rheinwiesen in Duisburg-Neuenkamp. Es ist der 6. Juli 2015, als sich ein Rottweiler von der Leine losreißt, auf eine Familie zustürmt und sich in ein zweijähriges Mädchen verbeißt. Die Kleine wird dabei lebensgefährlich verletzt. Nach einem Gerichtsbeschluss musste der Hund eingeschläfert werden - doch der Aufschrei der Tierschützer hallt noch immer nach: Kein Hund sei von sich aus gefährlich, heißt es. Gefährlich sei nur der Mensch, heißt es. Und einen Hund einzuschläfern, weil er mal „zwackt“ – das ginge schon gar nicht…

Ein verzerrtes Bild, das da gezeichnet wird. Denn hier ging es um einen Beißvorfall mit lebensbedrohlichen Folgen: Dem kleinen Mädchen wurden große Teile der Kopfhaut samt Haaren abgerissen, zudem erlitt es schwere Bisswunden an Ohren, Augen, Mund, Bauch und Beinen. Zum Glück konnten die Ärzte in einer Not-Operation das Leben des Kindes retten – trotz des immensen Blutverlustes.

Sogar fürs Tierheim zu gefährlich

Noch am selben Tag wurde der Hund von der Stadt Duisburg sichergestellt, später seine Einschläferung angeordnet. Die Hundehalterin versuchte vergeblich, gerichtlich dagegen vorzugehen – das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies in erster Instanz den Antrag der Hundehalterin ab. Eine Gutachterin war nämlich zu dem Ergebnis gekommen, dass der Rüde ein „inadäquates bzw. fehlgeleitetes Jagdverhalten” aufwies. Bei dem mehrere Minuten andauernden Kampf mit dem Kleinkind habe keinerlei Beißhemmung bestanden. Der 5. Senat des Oberverwaltungsgerichts bestätigte die Entscheidung der ersten Instanz, weil der Hund so gefährlich war, dass man ihn auch nicht in die Hände einer Tierschutz-Einrichtung hätte geben können.

Wie sind „Rotties“ denn sonst so?

Sind alle Rottweiler so? Das fragen sich viele, die sich mit dieser Rasse nicht auskennen. Deutschlands bekanntester Hundetrainer Martin Rütter fasst die charakteristischen Wesensmerkmale zusammen: „Der Rottweiler ist sehr wachsam, robust und eigenständig. Er hat eine hohe Reizschwelle und ist mit einer hohen Frustrationstoleranz ausgestattet.“ Warum allerdings ausgerechnet dieser eine so ausgerastet ist, werden wir nicht mehr erfahren. Der Hund – sein Name war „Pascha“ – wurde Mitte November 2015 eingeschläfert.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 04.08.2015 - 18 L 2369/15

Rottweiler

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17.01.2016 12:38
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